Die bayerische Wirtschaft

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Pressemitteilung zum Brexit / vbw fordert von EU deutliches Zeichen in Richtung UK

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 Rafael Freckmann
Rafael Freckmann
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. warnt im Rahmen der stockenden Brexit-Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien vor den negativen Folgen für die Wirtschaft. „Gerade in Zeiten, in denen die Unternehmen mit den Auswirkungen der Corona-Krise und eines massiven Wirtschaftseinbruchs zu kämpfen haben, hätte ein No-Deal Brexit katastrophale wirtschaftliche Folgen. Ohne Freihandelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien drohen neue Zölle, die den Handel und den Warenverkehr weiter schwächen, bisher eng miteinander verbundene Wertschöpfungsketten gefährden und unrentabel machen. Auch Großbritannien kann kein Interesse daran haben, die gewaltigen Auswirkungen der Corona-Pandemie durch einen ungeordneten Brexit zu verschärfen“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Mit dem geplanten britischen Binnenmarktgesetz würde Großbritannien gegen das geltende Austrittsabkommen verstoßen. Betroffen wären vor allem die Sonderregeln für das britische Nordirland, die eine harte Grenze zum EU-Staat Irland dort verhindern sollen. „Die politischen Akteure in London verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie heute ein Abkommen beschließen, das sie morgen nicht mehr anerkennen und umsetzen. Die EU muss hier ein deutliches Zeichen setzen. Der Binnenmarkt darf nicht weiter gefährdet werden“, mahnt Brossardt und fordert ein umfassendes Partnerschafts-, Investitions- und Handelsabkommen.

Bedeutung des Handels

Insgesamt ist Großbritannien mit einem Handelsvolumen von 18,4 Milliarden Euro der achtwichtigste Handelspartner Bayerns. Unter den wichtigsten Exportländern Bayerns belegt es Rang sechs und ist das zehntwichtigste Importland Bayerns.

Exporte:

· Insgesamt exportierte der Freistaat im Jahr 2019 Waren im Wert von rund 12,5 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich. Das waren 6,6 Prozent aller bayerischen Exporte. Die wichtigsten Exportgüter Bayerns dabei sind Kraftwagen und Kraftwagenteile (44 Prozent), Maschinen (12,5 Prozent), Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (7,6 Prozent).

· Im ersten Halbjahr 2020 nahmen die bayerischen Exporte in das Vereinigte Königreich um 29,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab.

Importe:

· Die bayerischen Importe aus Großbritannien summierten sich im Jahr 2019 auf 5,9 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich machen 3,1 Prozent aller bayerischen Einfuhren aus. Die wichtigsten Importgüter sind dabei Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (24,7 Prozent), Kraftwagen und Kraftwagenteile (12,3 Prozent), und elektrische Ausrüstungen (10,2 Prozent).

· Im ersten Halbjahr 2020 gingen die bayerischen Importe aus dem Vereinigten Königreich um 14,2 Prozent zurück.

Großbritannien ist ebenfalls ein wichtiger Investitionsstandort bayerischer Unternehmen. Mehr als acht Prozent der ausländischen Direktinvestitionen sind in Großbritannien, dahinter stehen 461 Betriebe mit rund 70.000 Beschäftigten.