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vbw relaunch/PresseCenter | Pressemitteilung

Milder Winter, aber Rezession in der Industrie: Unterschiedliche Signale für den bayerischen Arbeitsmarkt / vbw ruft Bundesregierung zum Handeln auf

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 Andreas Ebersperger
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Kaum Veränderung im Februar am Arbeitsmarkt: „Die milden Temperaturen haben bessere Beschäftigungsmöglichkeiten in den ‚Außenberufen‘ wie dem Bau, der Landwirtschaft oder der Gastronomie eröffnet als im letzten Jahr und damit einen im Vergleich zum Vorjahresmonat noch stärkeren Beschäftigungsrückgang verhindert. Denn ganz anders sieht es in der Industrie aus: Diese befindet sich seit längerem in einer echten Rezession. Dies betrifft ganz besonders die Metall- und Elektroindustrie. Die Zeitarbeit wird zurückgefahren, Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Kurzarbeitsanzeigen steigen an. In einigen Unternehmen gibt es bereits Stellenabbau“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die heute bekannt gegebenen Februar-Arbeitsmarktdaten der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Insgesamt bewertet die vbw die Lage trotz der im internationalen und nationalen Vergleich sehr guten Quote von 3,2 Prozent als nicht mehr gut. Mit besonderer Sorge sieht sie die wachsende Zahl der Personen, die nach einer Beschäftigung neu arbeitslos geworden sind (SGB III). „Im Februar waren das rund 10.000 Personen und damit 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr“, so Brossardt weiter. Daher gilt es nach seinen Worten umso mehr, in der Tarifrunde der Metall- und Elektro-Industrie merklich beschäftigungs- und wachstumssichere Tarifpolitik in den Mittelpunkt zu stellen: „Wir haben es neben einer konjunkturellen Krise, internationalen Handelskonflikten, den Auswirkungen des Corona-Virus und sinkender Wettbewerbsfähigkeit zeitgleich auch mit einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Automobilindustrie und der Digitalisierung zu tun. In diesen Zeiten brauchen wir Handlungsspielraum.“

Von der Bundesregierung fordert die vbw endlich eine Politik, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärkt. „Wir brauchen dringend Anreize für Investitionen, eine Senkung von Unternehmenssteuern und Energiepreisen sowie eine Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Stattdessen treibt die Bundesregierung mit vielen Gesetzesvorhaben die Sozialausgaben weiter nach oben oder schafft für die Unternehmen neue bürokratischen Hürden und finanzielle Belastungen, etwa strengere Befristungsregeln oder das geplante Unternehmenssanktionsrecht“, sagte Brossardt.