Die bayerische Wirtschaft

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vbw relaunch/PresseCenter | Pressemitteilung

Diskussionsrunde zum Thema „Industrie in Gefahr“ / Brossardt: „Konjunkturabschwung, Protektionismus und Strukturwandel setzen Industrie unter Druck“

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 Andreas Ebersperger
Andreas Ebersperger
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Auf der 10. Kooperationsveranstaltung zwischen dem Bayerischen Rundfunk (BR) und der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. stand die Zukunft der Industrie im Mittelpunkt. Unter der Moderation von Sebastian Hanisch (BR) diskutierten darüber gestern Abend Bertram Brossardt, vbw Hauptgeschäftsführer, Prof. Dr. Angelika Niebler (CSU), Mitglied des Europaparlaments, Dagmar Schuller, CEO AudEERING GmbH, Gilching sowie Prof. Dr. Oliver Falck, Leiter des ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt verwies auf die hohe Bedeutung der Industrie für Bayern: „Der Anteil der Industrie an der gesamten Wertschöpfung in Bayern lag 2018 bei 27,3 Prozent. Das liegt über dem bundesweiten Schnitt und deutlich über den Werten anderer Industriestaaten wie Frankreich (10,9 Prozent), den USA (11,6), Italien (16,7) und Japan (20,6). Zieht man den Verbund aus Industrie und Dienstleistungen heran, liegt der Anteil in Bayern sogar bei 35 Prozent der Wertschöpfung.“ Insgesamt waren im Herbst 2019 1,215 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayerns Industrie beschäftigt, die meisten im Maschinenbau (224.000), in der Automobil- und Zulieferindustrie (205.000) und in der Elektro- und Elektronikindustrie (199.000).

Die Industrie in Bayern befindet sich derzeit in der Rezession. In den ersten neun Monaten 2019 lag die Industrieproduktion um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. Brossardt: „Die Industrie steht durch das schwache außenwirtschaftliche Umfeld unter Druck, vor allem durch den zunehmenden Protektionismus, die Handelsstreitigkeiten und weitere Unsicherheiten wie den Brexit. Hinzu kommt der Strukturwandel infolge der Digitalisierung und der angestrebten Dekarbonisierung. Wir erleben einen Wandel bei den Antriebstechnologien und Veränderungen in der Nachfrage, etwa durch Car-Sharing-Modelle. Wir begrüßen die geplanten Maßnahmen des Zukunftsforums Bayern. Damit werden die Unternehmen gezielt bei der Bewältigung des Transformationsprozesses unterstützt.“

Für eine zielgerichtete Industriepolitik fordert die vbw eine Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen. „Wichtig sind eine internationale Abstimmung der Klimaschutzbestrebungen sowie generell ein innovationsfreundlicher und technologieoffener Rechtsrahmen. Wir brauchen zudem ein konkurrenzfähiges Arbeitskosten-Niveau, eine hochwertige Infrastruktur, Energie-Versorgungssicherheit zu international wettbewerbsfähigen Preisen, Reformen im Steuersystem sowie ein modernes und flexibles Arbeitsrecht“, so Brossardt.