Die bayerische Wirtschaft

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vbw relaunch/PresseCenter | Pressemitteilung

Bayerische Exportschwäche führt erstmals zu Außenhandelsdefizit / Brossardt: „Ausfuhren in die USA, China und UK kraftlos“

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 Robert Seidl
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Die bayerischen Exporte beliefen sich im Jahr 2019 auf fast 190 Milliarden Euro. Das waren 0,3 Prozent weniger als 2018 „Die bayerischen Exporte sind zum zweiten Mal in Folge rückläufig, 2018 sanken sie um 0,1 Prozent. Der Exportrückgang von 0,3 Prozent für das Jahr 2019 ist dem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld geschuldet, das von großen Unsicherheiten und Risiken geprägt ist. Der schwache Export belastet vor allem die bayerische Industrie, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftet“, kommentiert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die Zahlen des Statistischen Landesamts. Gleichzeitig legten die Importe Bayerns um 0,6 Prozent zu, sodass der Freistaat erstmals ein minimales Außenhandelsdefizit in Höhe von 49 Millionen Euro aufweist.

Bei den bayerischen Exporten liegen die USA weiterhin auf Platz eins, allerdings stiegen die Ausfuhren 2019 minimal um 0,1 Prozent. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken um -0,7 Prozent. „Hier zeigen sich die Folgen des Handelsstreits mit den USA sowie der internationalen Handelskonflikte insgesamt. Im Jahr 2018 konnte die bayerische Wirtschaft noch ein Exportplus von 5,4 Prozent in das Reich der Mitte verbuchen“, so Brossardt. Auch der Brexit wirkte sich mit einem Exportrückgang um 2,6 Prozent in das Vereinigte Königreich erneut negativ aus.

Besonders die bayerische Automobil- und Zuliefererindustrie war vom Export-Rückgang 2019 betroffen. Im Bereich „Personenkraftwagen und Wohnmobile“ ist ein Minus von -3,6 Prozent zu verzeichnen. „Fahrgestelle, Karosserien, Motoren“ wurden sogar um -5,6 Prozent weniger exportiert. „Wir brauchen deshalb einen mittelstandsgerechten und moderaten Tarifabschluss 2020 in der Metall- und Elektro-Industrie, der den Unternehmen Sicherheit in der laufenden Transformation bietet. Es geht um 869.00 Arbeitsplätze in der M+E Industrie“, betont Brossardt.

Positive Impulse kamen hingegen aus den mittel- und osteuropäischen Staaten, in die die Exporte deutlich gesteigert werden konnten: So wuchsen die Ausfuhren in die Tschechische Republik um 6,0 Prozent, nach Ungarn um 5,9 Prozent und in die Republik Polen konnten die Exporte um 5,0 Prozent gesteigert werden. „Der Freistaat Bayern hat aufgrund seiner geografischen Lage im Herzen Europas einen Standortvorteil, den es weiter zu nutzen gilt“, sagt Brossardt.