Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2021

Pressemitteilung

M+E Industrie kommt nicht aus der Rezession – Beschäftigungsrückgang setzt sich fort – Erholungsprozess wird lange dauern / Krahn: „2020 ist ein an die Corona-Pandemie verlorenes Jahr“

20.01.2021 - Regensburg

Die oberpfälzische Metall- und Elektro-Industrie kommt nicht aus der Rezession. Ungewiss sind zudem die Länge und die daraus resultierenden Auswirkungen des Lockdowns auf die konjunkturelle Erholung.

Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Regensburg vorgestellt wurde. „2020 müssen wir als ein Jahr, das an die Corona-Pandemie verloren gegangen ist, abschreiben. Immerhin sind die Erwartungen für 2021 per Saldo positiv, mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet aber mit einer unverändert schlechten Lage.

Damit ist klar, dass auch dieses Jahr wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser für die Unternehmen bringt und wir von einem Nachkrisenaufschwung noch weit entfernt sind“, erläutert der Vorsitzende der bayme vbm Region Regensburg, René Krahn. Besorgniserregend sind die weiter im negativen Bereich liegenden inländischen Beschäftigungspläne der oberpfälzischen Unternehmen, verdeutlichen diese doch die ernste Lage. „Rund jedes dritte Unternehmen rechnet im Inland mit einem weiter voranschreitenden Arbeitsplatzabbau.

Im Jahr 2021 werden voraussichtlich 2.500 Stellen verloren gehen. Wir müssen jetzt umsteuern und unseren Standort fit für den internationalen Wettbewerb machen. Daher fordern wir im Hinblick auf die kommende Tarifrunde den Tarifpartner auf, realistisch zu sein und die Arbeitskosten in Deutschland in den Griff zu bekommen. Es gibt nichts zu verteilen“, so Krahn.

Allein 2020 sind 3.000 Arbeitsplätze in der oberpfälzischen M+E Industrie verloren gegangen, das sind pro Monat 250 Arbeitsplätze. Die Gesamtbeschäftigung in der oberpfälzischen M+E Industrie liegt derzeit bei rund 95.000. „Kurzarbeit, unternehmenseigene Maßnahmen, die Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht und staatliche Unterstützungshilfen haben einen noch schnelleren Stellenabbau verhindert“, sagt Krahn. Bis Ende 2021 werden rund 55 Prozent der oberpfälzischen Unternehmen das Vorkrisenniveau erreicht haben.

„45 Prozent erwartet dies aber erst im Jahr 2022 oder später, viele können es noch gar nicht abschätzen. Das steht aber unter dem Vorbehalt, dass ab Frühjahr keine weiteren massiven Einschränkungen durch das Infektionsgeschehen nötig sein werden und sich auch im Ausland die Lage deutlich verbessert. Das gilt auch für internationale Handelskonflikte“, betont Krahn. Die Ertragslage der Unternehmen zeigt sich in der Oberpfalz sehr heterogen. Mehr als jedes dritte Unternehmen befürchtet für das Jahr 2020 eine sehr kritische Ertragslage: 12,5 Prozent rechnen mit Verlusten, 4,2 Prozent erwarten eine schwarze Null und 16,7 Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. „Die Ergebnisse werden positiv durch die Kurzarbeit beeinflusst. Reduziert diese doch die Kosten. Der Effekt ist aber nicht von Dauer“, klärt Krahn auf.

Weiterhin ist nahezu jeder zweite Beschäftigte in der oberpfälzischen M+E Industrie von Kurzarbeit betroffen „Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Neben den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie müssen die Unternehmen auch politisch bedingt den Strukturwandel schneller vorantreiben. Dafür brauchen sie alle verfügbare Liquidität. Für die anstehenden Tarifverhandlungen heißt das, dass es keinen Verteilungsspielraum gibt und dass Tarifverträge flexibel und individuelle Lösungen für alle Unternehmen bereithalten“, so Krahn.


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