Letzte Aktualisierung: 28. August 2026
Pressemitteilung
Unternehmerische Potenziale erhöhen / Brossardt: „Regionale Märkte in Subsahara-Afrika zusammen denken“
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Subsahara-Afrika bietet aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten. Diese sind für die Unternehmen aber mit politischen, regulatorischen und infrastrukturellen Risiken verbunden. Zugleich stellt die geringe Größe vieler Märkte in Afrika eine zentrale Hürde dar. „Die einzelnen Märkte in Subsahara-Afrika verfügen trotz hoher Wachstumsraten nur über begrenzte Absatzmöglichkeiten. Zudem bleibt die industrielle Wertschöpfung überschaubar. Dies hat Auswirkungen auf die Planbarkeit unternehmerischer Aktivitäten, da sie häufig von einzelnen Kunden oder Projekten abhängig sind. Dadurch können Umsätze erheblichen Schwankungen unterliegen, was die operative Planung erschwert. Für Unternehmen ist nicht allein die Wachstumsdynamik eines Landes entscheidend, sondern auch, ob ein ausreichend großer, stabiler und zugänglicher Markt adressiert werden kann. Die existierenden regionalen Integrationsabkommen wie die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC), die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) können zwar nicht alle Eintrittsbarrieren reduzieren, aber die begrenzte Größe einzelner afrikanischer Märkte teilweise ausgleichen“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Ergebnisse der Studie „Chancen in Subsahara-Afrika: Markterweiterung durch regionale Integration“, die die vbw beim Institut für Neue Märkte in Auftrag gegeben hat.
Für bayerische Unternehmen liegt der Studie zufolge der Nutzen regionaler Integration vorwiegend darin, Absatzpotenziale zu vergrößern, Vertriebs- und Servicestrukturen effizienter zu organisieren und Risiken breiter zu streuen. „Die regionalen Abkommen können dazu beitragen, nationale Märkte stärker miteinander zu verbinden, Handelshemmnisse abzubauen, Zollverfahren zu vereinfachen, Standards anzugleichen und grenzüberschreitende Wertschöpfung zu erleichtern. Klar ist aber auch: Die existierenden regionalen Wirtschaftsgemeinschaften in Afrika sind kein einheitlicher Binnenmarkt wie die EU. Sie bieten aber Ansatzpunkte, um nationale Märkte strategisch zu bündeln und regionale Marktbearbeitungskonzepte aufzubauen. Beispielsweise verfügt die Ostafrikanische Gemeinschaft über eine Zollunion und einen gemeinsamen Markt“, so Brossardt. Die Studie empfiehlt Unternehmen beispielsweise in der Region in stabilere und gut angebundene Kernmärkte wie Kenia oder Tansania einzusteigen, die Geschäftstätigkeiten anschließend auf Uganda, Ruanda und ausgewählte weitere Märkte auszuweiten und risikobewusst und projektbezogen die fragileren Länder der Region in den Blick zu nehmen.
Aktuell fließen weniger als eineinhalb Prozent der bayerischen Ausfuhren nach Afrika. Hiervon gehen drei Viertel in die fünf nordafrikanischen Staaten sowie nach Südafrika. „Mit einem Anteil von nur gut 600 Millionen Euro an bayerischen Exporten in die Subsahara-Region – ohne Südafrika – ist Luft nach oben. Als exportorientierte Industriestandorte sind Deutschland und Bayern auf funktionierende Handelsbeziehungen angewiesen. Angesichts des geopolitischen Wandels haben wir allen Grund, unsere Außenwirtschaftsbeziehungen stärker zu diversifizieren. Afrika bietet hierfür großes Potenzial“, sagt Brossardt.
Link zur Studie "Chancen in Subsahara-Afrika: Markterweiterung durch regionale Integration"