- Pressemitteilung
Staatsregierung und Wirtschaft gut auf doppelten Abiturientenjahrgang vorbereitet
Bayern ist gut auf die Herausforderungen durch den doppelten Abiturientenjahrgang vorbereitet. Die bayerische Staatsregierung und die bayerische Wirtschaft haben vielfältige Maßnahmen für die Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs 2011 getroffen. Darauf haben Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch und der Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt, hingewiesen.
„Alle Abiturienten des Jahrgangs 2011, und damit meine ich sowohl die Absolventen des neunjährigen als auch die des achtjährigen Gymnasiums, sollen gleich gute Startbedingungen für ihren weiteren Lebensweg erhalten. Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um diesem Anspruch gerecht zu werden“, so Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. „Im Schuljahr 2010/11 werden unsere Lehrkräfte 32.800 Schülerinnen und Schüler über das achtjährige und 36.400 Schülerinnen und Schüler über das neunjährige Gymnasium auf das Abitur vorbereiten. Dies ist eine historische Sondersituation – und wir werden die jungen Menschen im Übergang von der Schule zum Studium oder in den Beruf verantwortungsbewusst begleiten“, betonte der Minister. Dazu habe das Kultusministerium umfassende Vorbereitungen getroffen. Diese reichten von der Vorverlegung der Abiturtermine und der Festsetzung eines besonderen Nachtermins für die Schüler des letzten G9-Jahrgangs über Angebote der Studien- und Berufsorientierung in beiden Jahrgängen bis hin zu einer Ausweitung der Angebote an den beruflichen Schulen für Absolventen aller Schularten.
Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch sagte: „Wir nehmen die Sorgen der Schülerinnen und Schüler ernst. Ich werde persönlich alles daran setzen, dass keine Studienbewerberin und kein Studienbewerber ‚vor der Tür’ bleiben muss. Das sind wir den jungen Menschen schuldig. Das sind wir auch der Zukunft unserer Gesellschaft schuldig. Deshalb haben wir in Bayern frühzeitig ein sehr ehrgeiziges Ausbauprogramm auf die Beine gestellt. Bis 2011 werden wir 38.000 zusätzliche Studienplätze schaffen mit 3.000 zusätzlichen Personalstellen. Über 1.600 sind bereits eingerichtet. Insgesamt wendet der Freistaat allein für den personellen Ausbau bis zum Jahr 2013 eine Milliarde Euro auf.“
Damit die Absolventinnen und Absolventen des letzten G9-Jahrganges ihr Studium bereits im Sommersemester 2011 aufnehmen können, haben die Hochschulen ihre Studienangebote deutlich ausgeweitet: Nach derzeitigem Stand ist in insgesamt 315 Studiengängen ein Studienbeginn im Mai 2011 möglich. Für diejenigen, die nicht sofort ins Studium starten, stehen Überbrückungsangebote wie Propädeutika, Sprachkurse oder studienvorbereitende Kurse bereit.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., sieht in dem doppelten Abiturientenjahrgang zwar eine Belastung für den Staatshaushalt und eine administrative Herausforderung. „Gleichzeitig ist er eine große Chance für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Denn Bayern braucht jeden einzelnen jungen Menschen. Nach unserer Studie `Arbeitslandschaft 2030´ werden in Bayern schon 2015 rund 130.000 Hochschulabsolventen fehlen, bis 2030 sogar 350.000. Es werden also viele hochqualifizierte Absolventen gesucht sein“, sagte Brossardt.
Die bayerische Staatsregierung hat Brossardt zufolge die Hochschulen gut auf den doppelten Abiturientenjahrgang vorbereitet. Auf dem Ausbildungsmarkt rechnet er mit 3.500 bis 7.000 zusätzlichen Bewerbern aus den Gymnasien. „Da die Bewerberzahlen aus den Haupt- und Realschulen aber zurückgehen und das Ausbildungsengagement der Betriebe hoch ist, kann der Ausbildungsmarkt die zusätzlichen Bewerber aufnehmen“, sagte er.
Die Verbände der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bayme vbm starten zusammen mit der vbw in Ergänzung zu den Aktivitäten von Kultus- und Wissenschaftsministerium die Kampagne „Chance doppelter Abiturientenjahrgang“. Diese richtet sich an die Schüler, Eltern, Lehrer und Unternehmen. Sie informiert darüber, welche Wege die bayerische Wirtschaft für Abiturienten in dieser besonderen Situation bereithält. Dazu wurde unter anderem auf der Internet-Plattform www.sprungbrett-bayern.de ein „Berufsideengenerator“ eingerichtet, der Schülern konkrete Praktikumsangebote zu ihrem Wunschberuf macht. Außerdem werden Seminare für Lehrkräfte angeboten.
Alle Informationen der Bayerischen Staatsregierung zum doppelten Abiturjahrgang bzw. zu den Studienangeboten der Hochschulen finden Sie unter www.gymnasiale-oberstufe-bayern.de bzw. www.studieren-in-bayern.de.
