- Pressemitteilung
Euro-Schuldenkrise stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der oberfränkischen Arbeitgeberverbände
Thurnau, 19.01.2012
Ohl: „Wir dürfen unsere starke Währung nicht schlecht reden“
Die Auswirkungen der weltweiten Schuldenkrise und die Anforderungen an einen stabilen Euro-Raum standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der oberfränkischen Arbeitgeberverbände in Thurnau, der in diesem Jahr zum vierten Mal gemeinsam mit dem Kulmbacher Medientag stattfand. Dr. Hanns-Peter Ohl, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-Ost, machte dabei deutlich: „Wir bekennen uns zu Europa als politischer Union und als gemeinsamem Wirtschaftsraum mit einem starken Euro als der verbindenden und verbindlichen Währung.“
Die stark exportorientierte bayerische Industrie hat laut Ohl von der Europäischen Union und der gemeinsamen europäischen Währung stark profitiert: „Jedes Jahr exportieren bayerische Firmen Waren im Wert von über 50 Milliarden Euro allein in die Länder der Eurozone. Ohne den Euro würden die Wechselkursschwankungen Produkte unserer Unternehmen verteuern und den Außenhandel dämpfen.“
Auch die deutsche Staatsverschuldung muss in den Blick genommen werden. „Der Schuldenstand hat sich von 600 Milliarden Euro im Jahr 1991 auf die Summe von zwei Billionen im Jahr 2010 mehr als verdreifacht. Wir benötigen deshalb eine Finanzpolitik, die Budgetdefizite angeht, die Neuverschuldung minimiert und auf die kommenden Generationen Rücksicht nimmt“, betonte Ohl. Handlungsbedarf erkennt die vbw primär auf der Ausgabenseite: „Die Schlagworte sind Aufgabenüberprüfung, Ausgabenkürzung im Verwaltungsbereich und Subventionsabbau, aber auch Anschubinvestitionen in Bildung und Infrastruktur“, fasste Ohl zusammen.
Prof. Dr. Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums e. V., beurteilte die derzeitigen Strategien zur Bewältigung der Euro-Krise kritisch: "Ein Unternehmer, der eine Unternehmenskrise durch Schuldenmachen und Preiserhöhungen zu lösen versucht, wird scheitern. Regierung und Opposition bedienen sich zur Bekämpfung der Finanzkrise dieser Werkzeuge. Die Einen bekämpfen Krisen durch höhere Schulden und Geldvermehrung, die Anderen setzen auf Vermögenssteuer und Reichensteuer. Beide verbreiten damit die Viren für die nächste Krise. Unternehmen reagieren stattdessen auf Krisen mit höherer Effizienz und Produktivität.“
Kontakt: Geschäftsführung: Franz Brosch (bayme vbm vbw), Tel. 09561-55 62-10, E-Mail: franz.brosch@bayme.de
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