- Pressemitteilung
Boom-Branche Gesundheit braucht bessere Rahmenbedingungen
Die deutsche Gesundheitswirtschaft hat enormes Potenzial. Diese Schlussfolgerung zogen Christian Weber, Leiter des Grundsatzreferats im Bundesgesundheitsministerium und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Auf der „Bayerischen Gesundheitskonferenz 2010“ in Nürnberg betonten beide, dass es jedoch dringend weiterer Reformen bedürfe, um in der Branche mehr Raum für Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.
„Schon heute gehört die deutsche Gesundheitswirtschaft zu den wichtigsten Sektoren der deutschen Volkswirtschaft. Allein 2008 erwirtschafteten dort rund 4,6 Millionen Beschäftigte einen Jahresumsatz von über 260 Milliarden Euro. Damit wird etwa jeder neunte Euro im Gesundheitswesen umgesetzt“, erläuterte Christian Weber. Die Branche sichere somit nicht nur die Gesundheit und Lebensqualität von Versicherten und Patienten, sondern sei auch Erwerbsgrundlage vieler Bürger und ein wichtiges Feld für Konsum und für Investition. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland und der rasanten technischen Fortschritte müsse man jetzt die Weichen stellen, um das Gesundheitswesen zukunftsfest zu machen. Weber: „Dazu brauchen wir mehr Wettbewerb, mehr Innovation und mehr Transparenz.“
Brossardt wies ebenso auf die Zukunftschancen der Gesundheitswirtschaft hin, die in Bayern rund 600.000 Menschen beschäftigt und annähernd 40 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Deutschlandweit könne im kommenden Jahrzehnt der Anteil am Bruttosozialprodukt auf über 15 Prozent steigen. „Dazu müssen wir aber das System neu aufstellen und den Zusammenhang von Kosten und Leistungen wieder deutlich machen“, so Brossardt.
Der Gesundheitsfonds in seiner heutigen Form gewährleiste das nicht. Brossardt: „Ein transparentes und gerecht finanziertes Gesundheitssystem, Innovationen der medizintechnischen Industrie sowie ein steigendes Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung könnten den Gesundheitssektor in den kommenden Jahren zu einer der wichtigsten Boombranchen machen.“ Der vbw-Hauptgeschäftsführer wies auch auf die Chancen auf den Auslandsmärkten hin: „Sowohl die bayerische Medizintechnik als auch die Anbieter medizinischer Leistungen im Freistaat sind hier gut aufgestellt. Sie werden von der weltweit steigenden Nachfrage in ihren Bereichen profitieren.“
Kontakt: Franz Niedermaier, Tel. 089-551 78-335
