Melanie Tropp
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Staatsregierung und Wirtschaft ziehen an einem Strang, um die Studienabbrecher-Quoten in den Studiengebieten Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik (MINT) deutlich zu verringern. Dies betonten Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des vbw-Projekts zur Senkung der Studienabbrecherquote in den MINT-Fächern.
„Es ist im Interesse aller, vor allem aber der Studierenden selbst, dass keine Zeit mehr in ein nicht vollendetes Studium gesteckt wird“, kommentiert Brossardt Studienabbrecherquoten von teilweise über 30 Prozent in diesem Bereich. Die vbw sowie die bayerischen Metallarbeitgeberverbände BayME/VBM hätten deshalb das auf drei Jahre angelegte Projekt „Wege zu mehr MINT-Absolventen“ initiiert, dessen Zwischenbericht jetzt in München vorgelegt wurde.
Brossardt: „Schon jetzt ist erkennbar, dass die größten Probleme mit Studienabbrechern in den ersten beiden Semestern auftreten. Deswegen müssen wir die Schnittstellen von den Gymnasien zu den Hochschulen verbessern.“ Zudem gehe es darum, die Vorbildung zu forcieren und die Betreuung vor allem für schwächere Studenten zu intensivieren. Brossardt kündigte für das Ende des Projekts einen Maßnahmenkatalog an, der den bayerischen Hochschulen als Leitlinie dienen soll, um mehr Studierende in den MINT-Fächern zum Abschluss zu führen.
Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch kündigte an, dass die Initiative rasch und konsequent fortgeführt werde. „Wir werden die Ergebnisse des Zwischenberichts sorgfältig auswerten und im Gespräch mit den bayerischen Hochschulen nach Wegen suchen, wie die Projekte zügig in der Breite umgesetzt werden können. Dabei soll es auch Raum für neue Ideen geben.“
Das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) begleitet die aus zehn Einzelprojekten bestehende Initiative wissenchaftlich über die gesamte Projektlaufzeit. IHF-Leiter Professor Hans-Ulrich Küpper: „Studienabbruch ist ein sehr vielfältiges Phänomen, das in unterschiedlichen Studienphasen auftritt und von den Hochschulen deshalb mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen angegangen werden muss.“
Er begrüßt daher besonders, dass die beteiligten Hochschulen so viele verschiedene Ansätze verfolgen, die von Schulprojekten und Studierfähigkeitstests über „Frühwarn-systeme“ für abbruchgefährdete Studierende bis hin zu Tutorien und Mentoring-Programmen reichen. Der Zwischenbericht bietet einen Überblick über diese Maßnahmen in den einzelnen Projekten und deren aktuellen Umsetzungsstand. Bereits zur Halbzeit kann fast durchgängig ein positives Zwischenfazit gezogen werden, so Prof. Küpper.
Eine Zusammenfassung des Zwischenberichts finden Sie im Anhang. Sie können den Zwischenbericht aber auch hier bestellen: Wege zu mehr MINT-Absolventen: Zwischenbericht 2009.