(München, 12.04.2011). „Die bayerische Wirtschaft steht im Frühjahr 2011 sehr gut da. Der konjunkturelle Aufholprozess kam bislang schneller und kräftiger voran als erwartet. Und auch die Aussichten für die kommenden Monate sind optimistisch. Bayern ist auf einem stabilen Wachstumspfad.“ Mit diesen Worten kommentiert der Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Prof. Randolf Rodenstock, die Ergebnisse des vbw Index der bayerischen Wirtschaft im Frühjahr 2011.
Der vbw Index kletterte gegenüber der letzten Erhebung im Herbst um 15 auf 156 Punkte. Das ist das höchste Niveau seit Beginn der Berechnung im Jahr 2003. Alle vier Teilindizes sind gegenüber Herbst gestiegen. Besonders deutlich gewachsen sind die beiden Lageindizes Wachstum und Beschäftigung. Beide legten um 24 Punkte auf 172 Punkte beziehungsweise 148 Punkte zu. Rodenstock: „Die gute aktuelle Lage verdanken wir zu einem großen Teil der bayerischen Industrie. Sie war und bleibt der Wachstumsmotor Bayerns. Sie steht für die Ausfuhrerfolge des Freistaats. 90 Prozent der bayerischen Exporte sind Industrieprodukte.“
Ebenfalls deutlich, aber nicht so stark wie die Lageindizes, sind die Erwartungen gestiegen. Der Prognoseindex Wachstum legte um 3 Punkte von 147 auf 150 zu, der Prognoseindex Beschäftigung verbesserte sich um 11 Punkte von 144 auf 155 Punkte. Rodenstock blickt optimistisch in die Zukunft: „Der Export wird weiter wachsen, aber nicht mehr in dem bisherigen Tempo. Die Binnennachfrage wird dieses Jahr einen größeren Wachstumsbeitrag leisten. Auch der Konsum sollte im laufenden Jahr spürbar steigen. Insgesamt wird das Wirtschaftswachstum ordentlich sein, aber nicht mehr so kräftig ausfallen wie im vergangenen Jahr. Wir gehen für 2011 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Bayern von über drei Prozent aus.“
Die dramatischen Ereignisse in Japan sind für Rodenstock kein Anlass, von dem positiven Konjunkturbild abzuweichen: „Natürlich stehen derzeit alle Einschätzungen und Prognosen unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung in Japan. Niemand kann sagen, wie sich die Lage dort entwickelt. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand erwarten wir durch die Japan-Krise keine nennenswerten Lieferengpässe oder sonstige größere Beeinträchtigungen.“
Großen Einfluss haben die Geschehnisse in Japan laut Rodenstock aber auf die Energiepolitik in Deutschland und Bayern: „Wir nehmen die Sorgen im Hinblick auf die Sicherheit der Kernkraft sehr ernst. Es ist völlig richtig, dass nun alle Annahmen bezüglich der Sicherheitsstandards erneut auf den Prüfstand kommen.“ Gleichwohl warnt er davor, jetzt überstürzt aus der Kernenergie auszusteigen: „Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien kann nur über die Brücke der Kernenergie gelingen. Nur so können wir die Energieversorgung in der Zeit des Umbaus sicherstellen und die CO2-Ziele zum Schutz des Klimas erreichen.“
| Frühjahr 2011 | Herbst 2010 | Frühjahr 2010 | Herbst 2009 | |
| vbw Index Gesamt: | 156 | 141 | 88 | 51 |
| Lageindex Wachstum: | 172 | 148 | 66 | 29 |
| Prognoseindex Wachstum: | 150 | 147 | 125 | 75 |
| Lageindex Beschäftigung: | 148 | 124 | 69 | 59 |
| Prognoseindex Beschäftigung: | 155 | 144 | 91 | 39 |
Kontakt: Raimo Kröll, Tel. 089-551 78-378

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