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(München, 22.09.2009). Der weltweit steigende Rohstoffbedarf, eine zunehmende Konzentration auf Anbieterseite sowie die Einschränkung der Exporte von Förderländern zum Schutz eigener Industrien stellen mittel- und langfristig eine ernsthafte Bedrohung für die bayerische Wirtschaft dar. Diese Gefahr ist bislang wenig beachtet.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Das vbw-Rohstoffgutachten zeigt, dass die Probleme gerade bei der Versorgung mit Metallen und Mineralien deutlich unterschätzt werden. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt fordert von der Politik zügiges Handeln, um die Chancen bayerischer Betriebe insbesondere in den Zukunftstechnologien Energiespeicher- und Beleuchtungssysteme sowie der IT nicht zu gefährden.
„Die bayerische Wirtschaft ist in besonderem Maße auf die funktionierende Versorgung mit Metallen und Mineralien angewiesen. Die Importquote für Metallrohstoffe liegt bei 100 Prozent“, erläutert Brossardt. Viele Erzeugnisse der Industriebetriebe im Freistaat enthielten geringe Mengen sogenannter Gewürzmetalle und Seltener Erden. Ihr Umsatzanteil mache durchschnittlich nur 0,03 Prozent aus, für die Funktionalität vieler Produkte seien sie aber unverzichtbar. Brossardt warnt: „Ein Engpass bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen kann ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen. Produzierende Betriebe und Anbieter nachgelagerter Dienstleistungen würden in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt, wenn nicht gar in ihrer Existenz bedroht.“ Die vbw hat einen Rohstoff-Risiko-Index mit 37 kritischen Elementen erstellt. Dieser gibt den Gefährdungsgrad der Versorgung für Betriebe beispielsweise mit Lithium, Chrom oder Platin an. Der Index soll Unternehmen wie der Politik zur Entwicklung wirksamer Strategien gegen drohende Rohstoffengpässe dienen.
Angesichts der sich verschärfenden Situation erwartet der vbw-Hauptgeschäftsführer von der Politik, verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Industrieunternehmen hinsichtlich der Rohstoffversorgung zu ergreifen. Brossardt sieht die folgenden Handlungsfelder: den Erhalt und die Öffnung von Rohstoffmärkten, den Kontakt zu ausländischen Partnern nutzen, die Förderung von Grundlagenforschung in den Bereichen effizienterer Rohstoffeinsatz und möglicher Rohstoffsubstituten sowie die Entwicklung zukunftsfester Recyclingkonzepte mit der Wirtschaft.
Kontakt: Antje Zientek, Tel. 089-551 78-399